Neuwieder Hospizverein und Ambulantes Hospiz feiern Jubiläum

Vor 25 Jahren wurde der Hospizverein gegründet, zwei Jahre später das Ambulante Hospiz Schirmherrin ist Isabelle Fürstin zu Wied

Foto: Hospizverein Neuwied

22.03.2022

Kreis Neuwied. Der Neuwieder Hospizverein feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, das Ambulante Hospiz Neuwied blickt auf 22 Jahre zurück. Weil das Ambulante Hospiz (Träger ist die Marienhaus Gruppe) wegen der Corona-Pandemie sein 20-jähriges Bestehen nicht feiern konnte, soll nun gemeinsam die Entwicklung der Hospizarbeit im Kreis Neuwied in den Mittelpunkt gerückt werden.

 

„Als sich rund 20 Männer und Frauen vor 25 Jahren für die Hospizidee stark gemacht haben, hätte keiner gedacht, dass wir einmal so viel gemeinsam mit dem Ambulanten Hospiz erreichen können,“ sagt der erste Vorsitzende des Neuwieder Hospizvereins, Hans-Peter Knossalla.  Und die Leiterin des Ambulanten Hospizes, Anita Ludwig ergänzt: „Unsere ehrenamtlichen Frauen und Männer haben es in dieser Zeit erreicht, dass das Thema Endlichkeit des Lebens kein Tabuthema mehr ist.“

 

Im Laufe der Jahre entwickelte sich auch ein steigender Bedarf an Trauerbegleitung für Erwachsene und seit 2016 auch für Kinder. Dieser Herausforderung hat sich der Neuwieder Hospizverein gestellt und die Ausbildung von Trauerbegleiter/innen und Kindertrauerbegleiter/innen aufgenommen. „Somit haben wir ein vielfältiges Angebot zur Begleitung trauernder Menschen geschaffen“, sagt Knossalla. 

 

Isabelle Fürstin zu Wied hat im Jubiläumsjahr die Schirmherrschaft übernommen. Sie selbst ist schon seit vielen Jahren Mitglied des Neuwieder Hospizvereins. „Es ist toll, dass wir es schaffen, kranke Menschen aufzufangen, ihnen Unterstützung zu geben und auch die Familienmitglieder nach dem Tod nicht allein lassen.“ Durch die Arbeit des Ambulanten Hospizes und des Neuwieder Hospizvereins werde jeder aufgefangen, wo er gerade sei. „Das ist etwas ganz Wunderbares. Ich bin sehr begeistert von dieser Arbeit und dankbar dafür.“

 

Noch einmal zurück zu den Anfängen: Zu Beginn war es eine kleine Gruppe von engagierten Menschen im Neuwieder Hospizverein, die sich in den ersten Jahren hauptsächlich der Öffentlichkeitsarbeit widmeten. Das Wort Hospiz kannte damals kaum jemand. Dank der vielen Menschen, die bis heute die Hospizidee weitertragen, um sterbenden Menschen, ihren Angehörigen und Trauernden zur Seite zu stehen, ist dies anders geworden. Rund 100 ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen des Ambulanten Hospizes haben es sich bis heute zur Aufgabe gemacht, den Wunsch der meisten Menschen, nämlich zu Hause oder wie zu Hause zu sterben, zu unterstützen.

 

Gründungs- und Vorstandsmitglied Dr. Ingrid Stollhof erinnert sich: „Bis zum Jahr 1997 wurden sterbende Menschen oft noch schnell ins Krankenhaus gebracht, wenn der nahende Tod drohte und die Angehörigen hofften, dass in der Klinik noch etwas Entscheidendes für den Kranken getan werden kann. Zwar passiert dies auch heute auch immer wieder, aber durch die Hospizbegleitung ist es uns in 25 Jahren gelungen, viele schwer kranke und sterbende Mitmenschen und ihre Angehörigen durch gute Gespräche zu begleiten; zu Hause in ihrer Familie, wo auch die meisten Sterbenden ihre letzte Lebenszeit verbringen möchten“.  

 

In der Begleitung Sterbender und deren Angehörigen ist das Ambulante Hospiz, das die Ehrenamtlichen ausbildet und einsetzt, Teil eines gewachsenen Netzwerkes im Kreis Neuwied.  „Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung“, sagt Anita Ludwig.

 

Was dies bedeutet, beschreibt eine Angehörige, die und deren Familie im Jahr 2019 im Rahmen der hospizlichen Begleitung der Mutter Unterstützung fand: „Die Hospizbegleiterin schenkte uns ihre Zeit, als für uns die Zeit stehen blieb. Diese Zeit konnten wir nutzen, um nach durchwachten Nächten einmal eine Stunde zu schlafen, spazieren zu gehen oder sonst irgendetwas zu machen, um wieder Kraft zu tanken. Immer in der Gewissheit, dass unsere Mutter nicht allein war, dass da jemand war, der für uns an ihrem Bett wachte. Die Hospizbegleiterin brachte Ruhe in unseren aufgewühlten Alltag, ertrug unsere Tränen und hörte sich unsere Sorgen an.“  

 

Damit solch eine Begleitung professionell gelingen kann, werden die ehrenamtlichen Männer und Frauen in ihrer Tätigkeit gut von den Hospizfachkräften des Ambulanten Hospizes unterstützt. Diese haben auch die jeweilige Situation der Sterbenden und Angehörigen immer im Blick.

 

Der Neuwieder Hospizverein möchte sich weiteren Herausforderungen in der Zukunft stellen: Gemeinsam mit der Marienhaus Gruppe, dem DRK Rheinland-Pfalz und den Brüdern vom Heiligen Kreuz in Hausen möchte der Verein ein stationäres Hospiz bauen.

 

 

 

Rund um die Jubiläen des Neuwieder Hospizvereins und des Ambulanten Hospizes finden in diesem Jahr unterschiedliche Veranstaltungen im gesamten Kreis Neuwied statt:

 

„Sie werden lachen, es geht um den Tod“ – die Tabutanten – Fr., 22. April 2022,

 

19:00 Uhr, Stadthalle Linz am Rhein, Strohgasse 12, 53545 Linz /Rhein

 

Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer – Do., 26. Mai bis So., 29. Mai 2022 für Erwachsene und Kinder mit einem Trauerfall in der Familie

 

„Die farbigen Wächter des Lebens“

 

Vernissage: Fr., 1. Juli 2022, 19:00 Uhr, Außengelände Kloster Ehrenstein, Kreuzbrüderweg 1, 53577 Neustadt

 

Ausstellung: Sa., 2. Juli 2022 – So., 4. September 2022, täglich 10:00 – 18:00 Uhr,

 

Außengelände Kloster Ehrenstein, Kreuzbruderweg 1, 53577 Neustadt

 

Dada Peng: „Knocking on Jimmy´s Door – wie wir glücklicher leben, wenn wir

 

zu sterben lernen“ – Mo., 11. Juli 2022, 17:00 Uhr, Rhein-Wied-Gymnasium, Im

 

Weidchen 2, 56564 Neuwied

 

Bartels Bühne Flammersfeld: „Ente, Tod und Tulpe“ – Fr., 19. August 2022, 19:00 Uhr, Kulturbahnhof (Alter Bahnhof) Puderbach, Bahnhofstraße 8, 56305 Puderbach

 

„Lichte Gedanken“ – So., 6. November 2022, 17:00 Uhr, Pfarrkirche St. Bonifatius,

 

Kurt Schumacher Str. 9, 56567 Neuwied-Niederbieber

 

 

 

Zu allen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Infos und Anmeldung unter Telefon: 02631/ 344 214, E-Mail: verein(at)neuwieder-hospiz.de.

 

Hospizbüro Neuwied
Engerserstraße 55
56564 Neuwied
Telefon 02631 344-240
Telefax 02631 344-246

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Klosterstraße 1
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